Justus Parker

Hier kommt die Band für die Generation, die die Rechnung bezahlen muss. Eine Band, die etwas zu sagen hat, bei der etwas raus muss. Selbstverständlich entsteht solch ein Aufschrei in einer deutschen Stadt, der es richtig dreckig geht. Während andernorts noch diskutiert wird, wo gespart werden kann, haben in Wuppertal längst Theater und Schwimmbäder geschlossen. Ein guter Nährboden für Popkultur, Deutschland hat sein Manchester. Naja, fast, wäre da nicht der Wuppertaler SV, auf dem Marsch in die 4. Liga. Dynamisch-vielschichtige Arrangements kennzeichnen den Sound von Justus Parker, und die erste Auskopplung „Ich erhöhe meine Geschwindigkeit“ protzt mit rohem Charme und detailverliebtem Popappeal. Direkt und kompakt kommt die Band daher, erinnert textlich an Zeiten, als Hamburger Schule Bands noch für etwas standen. Außerdem haben hippe von Post Punk und Wave inspirierte Bands wie Maximo Park, Franz Ferdinand und Interpol ihren Einfluss hinterlassen, so dass bei Justus Parker Retrofreiheit und Tanzbarkeit immer deutlich spürbar sind. Es bleibt eine Stärke der Band, dass sie bei dieser Gegenwartsbeschreibung nicht auf naive Widerstandsrhetorik setzt. Im Gegenteil zelebrieren Justus Parker das uneingeschränkte Vielleicht, die Unmöglichkeit der Entscheidung und das Scheitern im Allgemeinen. Sie sagen ja zu wochenendlichem Effizienzzwang und werktäglichem Eskapismus, Rausch und Existenzsicherung sind ohnehin nicht mehr unabhängig voneinander zu denken. Diese Haltung fand großen Anklang bei der Udo-Lindenberg-Stiftung. Gegen rund 150 Mitbewerber qualifizierte sich die Band beim renommierten Panikpreis jüngst fürs Halbfinale.

www.justusparker.de

Ich Erhoehe Meine Geschwindigkeit

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